Recordrelease: YANEQ & KOHLE Recordrelease: YANEQ & KOHLE Monarch Bar, Berlin am 09.06.22

Donnerstag 09.06.22
Einlass: 20:00, Beginn: 20:00
Monarch Bar, Skalitzer Straße 134 // 1.OG, 10999 Berlin

Tickets zu Recordrelease: YANEQ & KOHLE Berlin

PreiskategoriePreisAnzahl 
Recordrelease: YANEQ & KOHLE - Recordrelease: YANEQ & KOHLE11,50 € 

Informationen

YANEQ - "Rufen und Raushaun" Album Release.

live: YANEQ & KOHLE
DJ: LoYoTo aka Eva Be & DJ Clé

@ Monarch
Skalitzer Str. 134
10999 Berlin–Kreuzberg

Grzegorzki Records präsentiert:

Es brauchte den Lockdown, um die Musik wieder aus YANEQ fließen zu lassen. „Rufen und Raushaun“ ist sein erstes Album nach fast fünfzehn Jahren. Zwar hat der Berliner Rapper seit Erscheinen des von der Kritik gelobten HipHop-Elektro Hybrids „Widersprüche“ (2006) immerzu Musik gemacht, zum Beispiel gemeinsam mit Jammin Unit in der Formation Mutfak Drt. Mit diesen Projekten wurden aber vornehmlich die Klubs live gerockt.

Das Ausstellen bildender Künste hatte den Allrounder vom Texten, Komponieren und Veröffentlichen abgehalten.
Die Klubreihe Party Arty und der Kunstraum Schau Fenster in denen er Kreative aus verschiedensten Hintergründe zusammenbrachte, hatten YANEQs Zeit in einem Maße beansprucht, die irgendwann keinen Raum mehr für ernsthaftes Musizieren und Texten ließen. „Corona schloss die Galerie, jetzt mach ich wieder Mucke / wohin das alles führt, kein Plan, ich treib bloß und gucke“, reimt er in dem up-beatigen Song „Y zum Q“.

Isoliert in der Brandenburger Datsche und somit befreit vom Alltag begann YANEQ Ende 2020 am Schlagzeug und am Klavier Grooves einzuspielen und Reime über diese zu rappen. So kamen in nächtlichen Sessions immer mehr Stücke zusammen. Das Prinzip: Alles selber einspielen à la Stevie Wonder und endlose Reimassoziationen im Stile MF Dooms in abgeschiedener Pampa kombinieren. Die Beats humpeln, die Grooves hängen und sind doch am Ende rund.

Mit diesen Layouts arbeitete dann Ben Lauber vom Transporterraum Berlin. Er editierte, arrangierte, stimmte mal ein
Instrument, das Stimmung brauchte oder rückte eine Snare gerade, die zu sehr im Off lag. Und er spielte hier und da weitere Elemente ein, einen Bläsersatz, ein Streicherset. Dies immer mit der Sensibilität, den rohen und stets eigenen Charme der Aufnahmen nicht abzuschleifen oder glattzubügeln.

T.Raumschmiere und sein Sohn QSeng featuren auf „Auf in die Zukunft“, für dessen Video u.a. auch der Künstler Jonathan Meese samt Mutter Brigitte gewonnen wurden. Chérie von Warren Suicide singt auf „Halb Voll“ und YANEQs Familie auf „Südlich von Eden“. Mo Delgado spielt ein virtuoses Saxophon-Solo auf dem Titeltrack.

„Rufen und Raushaun“ sind „analog-scheppernde, vom Jazz grundierte Hip-Hop-Beats, gepaart mit deutschen Texten, die so gut sind, dass man sie als Gedichtband lesen möchte.“ (Max Dax).

Von der Ästhetik ist dieser HipHop irgendwo zwischen Krautrock, Indie-Ästhetik und Undergroundrap der 90er angesiedelt. Aber das sind nur Vergleiche. Irgendwie ist das alles auch sehr eigen, sehr jetzt und sehr pop.

„Rufen und Raushaun“ erscheint im Juni 2022 auf Grzegrozki Records, dem Label der Künstler*innen Alicja Kwade und Gregor Hildebrandt.

„HipHop als Martial-Arts-Disziplin ist bestimmt nicht YANEQs Idee von einer guten Zeit. Sollen die anderen sich in der
Aggroschleife abstrampeln. Er wirft sich lieber den Hausmantel über und spielt eine Runde Krocket im Garten. Ghetto-King?
Landhaus-Bobo! Das Landhaus ist zwar nur eine alte LPG, aber hier hat YANEQ die Lektion für den zweiten Lebensabschnitt gelernt: Gelassenheit ist eine Zier – genauso wie der kleine Wohlstandsbauch. Die Lofi-Beats platschen ohne Stress und das
Ein-Finger-Piano freut sich, wenn es leicht eiert. Öffne mal ’ne Flasche Wein und lass’ den Kompressor aus. „Der Bro ist deep in seinen wohligen Beats.“
Dem aufgeplusterten Trap-Gewitter, das im HipHop dominiert, setzt YANEQ unerschütterliches Do-it-Yourself-Selbstbewusstsein entgegen. Das Polieren der Bling-Bling-Fassade ist ihm viel zu viel Krampf. Und wie man
auch ohne Effektemaximierung die Ärsche aus dem Sofa kriegt, zeigt er mit dem wild voranhupenden „Steinharte Welt“ oder „Alles oder Keins“, das zu Miami Bass aus der Brandenburger Provinz „Sie wollen sich alle dopen“ auf „Traurige Tropen“ von Claude Lévi-Strauss reimt. Wacher Kopf statt dicke Eier. Auf dem Tanzboden des Lebens sind Slacker die besseren Eintänzer als jeder Gangster. Und die nachhaltigeren Lebensweisheiten haben sie auch parat: „Lass Fünf gerade sein und brich dir kein Bein.“ So beschreibt der Autor Jan Joswig YANEQs neues Album.

Und Max Dax schreibt:
„Aus dem Nichts schenkt uns YANEQs analog-scheppernde, vom Jazz grundierte Hip-Hop-Beats, gepaart mit deutschen Texten, die so gut sind, dass man sie als Gedichtband lesen möchte. Hat der deutsche Hip-Hop jenseits der Frauenverachtung doch noch eine lyrische Zukunft? Es scheint so, und das kommt einer lang ersehnten Sensation gleich.“

Foto: Oliver Mark

www.dasarty.com